Goodbye Damaskus, hello Beirut, goodbye Beirut
Inzwischen wieder zuhause, leicht beschämt wegen mangelhafter Weblog-Führung. Zur Gewissensberuhigung hier aber noch eine Zusammenfassung des letzten Teils unserer Reise.
Wie bereits Pforti in seinem Beitrag deutlich zum Ausdruck gebracht hat, haben wir Damaskus zu unserer Lieblingsdestination erkoren. Die Stadt zieht einem mit arabischer Romantik - verwinkelte, überwachsene Gässchen, prachtvolle Moscheen, nach Kaffee, Kardamom und Abgasen duftende Souqs - sowie unzähligen wunderschönen Restaurants, schönen Bars und einem vielfältigen Nachtleben in ihren Bann. Zudem haben wir in einem wunderschönen Hotel mit lauschigem Innenhof logiert - und wir wurden von Manuel, Randa, ihrer Cousine Alia und ihren Freunden nicht nur herumgeführt, sondern richtiggehend umsorgt. Ihre Herzlichkeit und Gastfreundschaft war einmalig. Danke!
Entsprechend schwer fiel uns der Abschied am Freitag von dieser wunderbaren Stadt und all den wunderbaren Leuten. Trotzdem fuhren wir am Nachmittag mit dem Service Taxi nach Beirut, um die letzte Destination unserer Reise zu erkunden. Nachdem wir ein Hotel gefunden hatten (sehr klein und bescheiden, aber ein ausgesprochen netter Patron, der uns andauernd Kaffee kochte), machten wir uns auf die Suche nach dem legendären Beiruter Nachtleben.
Was wir zuerst antrafen, war das Militär. An jeder Strassenecke waren Bewaffnete in Kampfuniform postiert, aufmerksam und ganz offensichtlich aus anderem Holz geschnitzt als syrische und ägyptische Soldaten, die auf einem Plastikstuhl zu dösen pflegen, während ihr Gewehr einige Meter entfernt an einer Hauswand lehnt. Wir sichten mehrere Panzer, Strassensperren. Ansonsten ist es seltsam ruhig in Beirut, nichts ist hier zu spüren von jenem elektrisierenden Leben, das Damaskus ausmacht. Wir irren mit dem Taxi und zu Fuss durch die Stadt, essen zwischendurch wie üblich ausgezeichnet (Mezze!) und landen schliesslich in Beiruts angeblicher Ausgehmeile, der Rue Monot. Sitzen in der kubanischen Bar Pacifico, trinken zu guter Musik gute Drinks und zahlen Zürcher Preise.
Am Samstag ist die Stadt kaum lebendiger, wir verkriechen uns in einem Terrassencafé an der Corniche, rauchen Wasserpfeifen, spielen Backgammon, schauen aufs Meer. Dazwischen erfahren wir den Grund für die massive Militärpräsenz: Am Vortrag hat der deutsche UN-Untersucher Dieter Mehlis seinen Bericht zum Mord am ehemaligen libanesischen Ministerpräsidenten Rafiq Hariri vorgestellt. Die dadurch angespannte Lage, erklären uns mehrere Beiruter, sei auch der Grund, warum die Menschen eher zuhause blieben.
Wir versuchen am Abend unser Glück bei einem Restaurant, das unser Reiseführer empfiehlt und das ganz in der Nähe des Hotels liegen soll. Das Restaurant finden wir nicht, dafür die am Vorabend vermisste Restaurant- und Bar-Meile, die Rou Gouraud. Hier reihen sich die durchgestylten Bars und die trendigen Restaurants aneinander, und nach längerem Flanieren fällt unsere Wahl auf das Café Gemmayzé, das wie ein französisches Bistro aussieht und um halb zehn, also einiges vor der Essenszeit, schon gut besetzt ist. Alle Tische seien reserviert, teilt man uns zuerst bedauernd mit, aber natürlich lässt sich hier eine Lösung finden, und schon sitzen wir und essen wieder Mezze. Rauchen danach Wasserpfeifen (es sollten unsere letzten sein in diesem Urlaub!), bewundern schöne Libanesinnen und lauschen der arabischen Live-Musik, die im inzwischen voll besetzten Lokal erklingt.
Gegen Mitternacht gehen wir zurück an die Rue Monot, vertun uns in einem der zahlreichen Clubs, der zwar an diesem Abend gut gefüllt, ansonsten aber wenig reizvoll ist. Wollen darum den Abend in einer Bar in der Rue Gouraud beschliessen, als wir aber dort um zwei Uhr ankommen, machen die alle bereits zu. Ein Barkeeper erzählt uns aber, in der Nähe befinde sich einer von Beiruts angesagtesten Nachtklubs, der Beirut Basement. Tatsächlich ist die karg geschmückte Halle mit Sichtbeton-Charme morgens um drei proppenvoll, die Beirutis tanzen auf den Tischen zu minimalistischem Elektro. Wir bleiben bis um etwa vier - die Getränkepreise übersteigen beinahe Zürcher Niveau.
Sonntag ist der Tag der Rückreise, bis dahin machen wir eigentlich nichts mehr. Am Flughafen der erwartete Ärger mit Alitalia (siehe auch weiter unten in diesem Blog): Unser Anschlussflug von Mailand nach Zürich existiert gar nicht, nach einigem Drängen kriegen wir wieder Swiss-Tickets für Zürich-Mailand. Wie zum Teufel kann eine Fluggesellschaft überleben, wenn sie nie fliegt? Und dann noch eine Riesenüberraschung: Am Flughafen treffen wir Rebecca, eine ehemalige Schulkollegin von Tobias und mir, die gerade in Beirut ihren Freund besucht hat.
Nach den üblichen Scherereien mit italienischen Sicherheitsbeamten in Mailand landen wirund zumindest ein Teil unseres Gepäcks kurz nach neun Uhr abends in Zürich-Kloten. Es scheint wie ein jähes Aufwachen - die Reise ist vorbei. Was bleibt, sind Erinnerungen und Fotos - letztere demnächst hier auf dieser Seite.
Wie bereits Pforti in seinem Beitrag deutlich zum Ausdruck gebracht hat, haben wir Damaskus zu unserer Lieblingsdestination erkoren. Die Stadt zieht einem mit arabischer Romantik - verwinkelte, überwachsene Gässchen, prachtvolle Moscheen, nach Kaffee, Kardamom und Abgasen duftende Souqs - sowie unzähligen wunderschönen Restaurants, schönen Bars und einem vielfältigen Nachtleben in ihren Bann. Zudem haben wir in einem wunderschönen Hotel mit lauschigem Innenhof logiert - und wir wurden von Manuel, Randa, ihrer Cousine Alia und ihren Freunden nicht nur herumgeführt, sondern richtiggehend umsorgt. Ihre Herzlichkeit und Gastfreundschaft war einmalig. Danke!
Entsprechend schwer fiel uns der Abschied am Freitag von dieser wunderbaren Stadt und all den wunderbaren Leuten. Trotzdem fuhren wir am Nachmittag mit dem Service Taxi nach Beirut, um die letzte Destination unserer Reise zu erkunden. Nachdem wir ein Hotel gefunden hatten (sehr klein und bescheiden, aber ein ausgesprochen netter Patron, der uns andauernd Kaffee kochte), machten wir uns auf die Suche nach dem legendären Beiruter Nachtleben.
Was wir zuerst antrafen, war das Militär. An jeder Strassenecke waren Bewaffnete in Kampfuniform postiert, aufmerksam und ganz offensichtlich aus anderem Holz geschnitzt als syrische und ägyptische Soldaten, die auf einem Plastikstuhl zu dösen pflegen, während ihr Gewehr einige Meter entfernt an einer Hauswand lehnt. Wir sichten mehrere Panzer, Strassensperren. Ansonsten ist es seltsam ruhig in Beirut, nichts ist hier zu spüren von jenem elektrisierenden Leben, das Damaskus ausmacht. Wir irren mit dem Taxi und zu Fuss durch die Stadt, essen zwischendurch wie üblich ausgezeichnet (Mezze!) und landen schliesslich in Beiruts angeblicher Ausgehmeile, der Rue Monot. Sitzen in der kubanischen Bar Pacifico, trinken zu guter Musik gute Drinks und zahlen Zürcher Preise.
Am Samstag ist die Stadt kaum lebendiger, wir verkriechen uns in einem Terrassencafé an der Corniche, rauchen Wasserpfeifen, spielen Backgammon, schauen aufs Meer. Dazwischen erfahren wir den Grund für die massive Militärpräsenz: Am Vortrag hat der deutsche UN-Untersucher Dieter Mehlis seinen Bericht zum Mord am ehemaligen libanesischen Ministerpräsidenten Rafiq Hariri vorgestellt. Die dadurch angespannte Lage, erklären uns mehrere Beiruter, sei auch der Grund, warum die Menschen eher zuhause blieben.
Wir versuchen am Abend unser Glück bei einem Restaurant, das unser Reiseführer empfiehlt und das ganz in der Nähe des Hotels liegen soll. Das Restaurant finden wir nicht, dafür die am Vorabend vermisste Restaurant- und Bar-Meile, die Rou Gouraud. Hier reihen sich die durchgestylten Bars und die trendigen Restaurants aneinander, und nach längerem Flanieren fällt unsere Wahl auf das Café Gemmayzé, das wie ein französisches Bistro aussieht und um halb zehn, also einiges vor der Essenszeit, schon gut besetzt ist. Alle Tische seien reserviert, teilt man uns zuerst bedauernd mit, aber natürlich lässt sich hier eine Lösung finden, und schon sitzen wir und essen wieder Mezze. Rauchen danach Wasserpfeifen (es sollten unsere letzten sein in diesem Urlaub!), bewundern schöne Libanesinnen und lauschen der arabischen Live-Musik, die im inzwischen voll besetzten Lokal erklingt.
Gegen Mitternacht gehen wir zurück an die Rue Monot, vertun uns in einem der zahlreichen Clubs, der zwar an diesem Abend gut gefüllt, ansonsten aber wenig reizvoll ist. Wollen darum den Abend in einer Bar in der Rue Gouraud beschliessen, als wir aber dort um zwei Uhr ankommen, machen die alle bereits zu. Ein Barkeeper erzählt uns aber, in der Nähe befinde sich einer von Beiruts angesagtesten Nachtklubs, der Beirut Basement. Tatsächlich ist die karg geschmückte Halle mit Sichtbeton-Charme morgens um drei proppenvoll, die Beirutis tanzen auf den Tischen zu minimalistischem Elektro. Wir bleiben bis um etwa vier - die Getränkepreise übersteigen beinahe Zürcher Niveau.
Sonntag ist der Tag der Rückreise, bis dahin machen wir eigentlich nichts mehr. Am Flughafen der erwartete Ärger mit Alitalia (siehe auch weiter unten in diesem Blog): Unser Anschlussflug von Mailand nach Zürich existiert gar nicht, nach einigem Drängen kriegen wir wieder Swiss-Tickets für Zürich-Mailand. Wie zum Teufel kann eine Fluggesellschaft überleben, wenn sie nie fliegt? Und dann noch eine Riesenüberraschung: Am Flughafen treffen wir Rebecca, eine ehemalige Schulkollegin von Tobias und mir, die gerade in Beirut ihren Freund besucht hat.
Nach den üblichen Scherereien mit italienischen Sicherheitsbeamten in Mailand landen wirund zumindest ein Teil unseres Gepäcks kurz nach neun Uhr abends in Zürich-Kloten. Es scheint wie ein jähes Aufwachen - die Reise ist vorbei. Was bleibt, sind Erinnerungen und Fotos - letztere demnächst hier auf dieser Seite.

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